Was Männer wollen - die Hochzeitsplanung aus der Sicht des Bräutigams

Anja-Schneemann_Photography_Was Männer wollen

Es ist immer wieder spannend zu beobachten, wie sich bei der Planung einer Hochzeit die Rolle zwischen Braut und Bräutigam verteilt. Oft steht für die Bräute von Anfang an fest, dass sie bei dieser Sache die Zügel in die Hand nehmen, während die Männer das Thema Planung vorerst etwas entspannter und pragmatischer angehen. Trotzdem haben unsere Männer in der Regel doch eine Meinung zu dem, was am Hochzeitstag passieren soll, nur dass sie oft am Anfang eben ihre Rolle noch nicht so genau kennen. Je weiter die Planung voranschreitet, wird fast jeder unserer Männer doch an der einen oder anderen Stelle einmal sein Bräutigam-Veto einlegen. Oft stehen die Bräute in der Planungs- und Vorbereitungszeit sehr stark im Mittelpunkt. Für eine Braut in spe ist der Tag der Hochzeit die voraussichtlich wichtigste, selbst geplante Veranstaltung in ihrem Leben. Von Kindestagen an hat sie bereits eine genaue Vorstellung, wie sie sich ihre Trauung vorstellt und verbringt nun stundenlang damit, ihre Traumvorstellung der perfekt dekorierten Hochzeit mithilfe von Pinterest und Stapeln von Hochzeitszeitschriften in die Tat umzusetzen. Der Bräutigam dagegen verballert erst einmal all sein Pulver in den Heiratsantrag, wobei er noch gar nicht richtig realisiert hat, dass nach dem Antrag dann logischerweise auch eine Hochzeit folgt. Schlagartig merkt er dann, wie sich seine Verlobte direkt nach dem Antrag in ein kleines Bridezilla verwandelt und plötzlich nur noch von Brautkleidern, Hochsteckfrisuren und Hochzeitsdekoration spricht. Das ist dann auch genau der Moment, in dem der Bräutigam zum ersten Mal Angst um sein Sparschwein bekommt.

Um nun wirklich einmal herauszufinden, was euch Männern bei der Planung wichtig ist und wie ihr Männer euch aktiv von Anfang an in die Planung eurer Hochzeit einbringen könnt, haben wir für euch einmal die Männer befragt:

 

Wie war vor der Hochzeit deine Vorstellung zur Planung eures großen Tages und wie hast du deine Rolle darin gesehen?

Tobias: (Hochzeit im Juli 2016)

Vor der Hochzeit hatte ich noch überhaupt keine Idee, wie ich mir unsere Hochzeit vorstellen würde. Klar wusste ich, dass wir eine Torte, Ringe, einen Anzug und Musik für die Party brauchen, aber die meisten Details waren mir anfangs überhaupt nicht bewusst. Das kam dann alles erst während der Planung auf. Ich habe meine Rolle weder aktiv noch passiv gesehen, und mir war schon bewusst, dass wir nun auch schnell anfangen sollten, alles zu organisieren, aber ich wusste absolut nicht, womit ich anfangen sollte. Lisa hatte dagegen schon ein genaues Bild im Kopf, was mich dann schon ein wenig mitgerissen hat. (Er lacht.) Eigentlich wollte ich ja immer einen Lamborghini als Hochzeitsauto, letztlich hatten wir dann aber überhaupt kein Auto, weil wir alles an einem Ort gemacht hatten.

Sascha: (Hochzeit im Juni 2017)

Ich wusste immer, dass ich eine große Feier und einen DJ möchte, aber so richtig hatte ich keine Ahnung, wie wir das angehen und wir den Ablauf planen sollten. Klar war für mich immer, dass ich in der Kirche heiraten möchte, allerdings wollte meine Verlobte lieber eine Freie Trauung, das war tatsächlich nicht so einfach, das erst einmal zu klären. Ich wollte so wenig wie möglich machen oder am Ende sogar noch basteln. Irgendwie ist das ja auch Frauensache. (Sagt er mit einem Zwinkern.) Aber trotzdem wollte ich auch, dass die Hochzeit individuell wird. Da wir beide viel arbeiten und nicht die Lust und Zeit hatten, zu planen, stand für mich immer fest, dass wir unbedingt einen Hochzeitplaner wollen.

 

Was war dir besonders wichtig für die Planung eurer Hochzeit und womit hast du dich selbst am meisten begeistern können?

Tobias:

Am Anfang war es die Location, die mir am wichtigsten war, später dann das Thema Musik, weil ich eine richtig gute Party wollte, mit Musik, die mir gefällt, und nicht den Omis und Opis. Aber für den Tag an sich war es tatsächlich das Wichtigste, genügend Zeit für unsere Gäste zu haben. Darum habe ich mir dann auch eine eigene Herrenbar für den Abend gewünscht, wo wir Männer dann nach dem Abendessen zum Whisky eine schöne Zigarre rauchen konnten. Wichtig war natürlich auch das Budget, obwohl es wirklich interessant war, wie sich meine Preissensibilität während der Planung dann angepasst hat. Auf 300 Euro mehr oder weniger kam es dann tatsächlich nicht mehr an. Am Ende ist nur noch wichtig, dass es einmalig wird.

Sascha:

Ich hatte von Anfang an eine genaue Vorstellung, wie mein Outfit aussehen sollte. Ich wollte für Judith ein richtig schickes Outfit zusammenstellen. Irgendwie muss man ja dabei auch aufpassen, dass man der Braut nicht die Show stiehlt, aber mir war wichtig, ihren Look noch einmal zu unterstreichen. Für die Feier war mir das Wichtigste, dass unsere Gäste uns als Menschen in der Feier wiedererkennen, also eine persönliche Botschaft rüberbringen. Jeder sollte nach der Hochzeit sagen, unsere Hochzeit sei typisch für Judith und Sascha gewesen.

 

Gab es auch Bedenken, als ihr in die Hochzeitsplanung gestartet seid?

Tobias:

Oh ja, anfangs hatte ich wirklich Bedenken bezüglich unseres Budgets. Wir haben 1 000 Varianten der Hochzeit besprochen, letztlich hat aber dann doch die Freie Trauung mit der Feier auf dem Schloss gesiegt. Außerdem wollte ich so wenig Aufwand wie möglich mit der Planung haben, und Basteln, Schnörkel und Einladungskarten gestalten waren ist absolutes No-Go für mich! Trotzdem war ich am Ende aber dann doch richtig stolz, wie alles aussah.

Sascha:

Meine größten Bedenken waren die richtigen Kontakte zu den Dienstleistern. Da wir bisher nie auf einer großen Hochzeit gewesen sind, hatten wir keinen Vergleich und auch niemanden, der uns gute Dienstleister hätte empfehlen können. Ich wusste einfach nicht, wo wir anfangen sollten, und dazu kam dann noch der Konflikt mit meiner Verlobten, ob wir in der Kirche heiraten oder doch eine Freie Trauung haben wollen.

 

Was waren die Aufgaben, bei denen du dich selbst als treibende Kraft gesehen hast?

Tobias:

Ich habe mich um unsere Behördengänge gekümmert, die Gästeliste gepflegt und Dienstleisterabsprachen, wie zum Beispiel mit dem Trauredner oder auch unserer Band, haben mir wirklich Spaß gemacht. Da ich nicht in peinlichen Spielen blamiert werden wollte, habe ich auch die Absprache mit den Trauzeugen übernommen. Die organisatorische Kontrolle hatte allerdings meine Verlobte, daher war ich immer dankbar, wenn sie mir Aufgaben zugewiesen hat oder Vorschläge gemacht hat, zu denen ich dann nur noch meine Meinung sagen musste.

Sascha:

Da Judith eigentlich lieber eine Freie Trauung wollte und sich mit der Kirche nicht so auskannte, habe ich mich um die Organisation der kirchlichen Trauung gekümmert. Außerdem war mir anfangs das Budget auch sehr wichtig, aber darüber hatten wir mit unserer Planerin immer einen guten Überblick und letztlich sind wir dann beim Budget am Ende doch viel lockerer geworden, weil wir einfach wollten, dass es unsere perfekte Hochzeit wird.

 

Gab es Themen, mit denen dich deine Braut komplett überfordert hat?

Tobias:

Na ja, sie hat während der Planung dreimal das Dekorationskonzept geändert und mich ständig nach meiner Meinung gefragt. Es war mir wirklich völlig egal, welche Farben unsere Dekoration hat, welche Blumen wir haben und welche Schriftart wir auf der Einladungskarte verwenden. Mir war immer klar, dass sie das im Griff hat und das Ergebnis mit Sicherheit richtig cool wird.

Sascha:

Ich bin während der Planung schon immer recht tiefenentspannt gewesen und habe es einfach auch einmal laufen lassen, weil wir bei der Planung gut in der Zeit lagen und es nichts gab, weshalb wir uns hätten Sorgen machen müssen. Meine Verlobte dagegen hätte am liebsten immer alles sofort erledigt.

 

Welche Empfehlung würdest du einem guten Freund geben, der dir erzählt, dass er seiner Freundin einen Antrag gemacht hat und nun in die Planung startet?

Tobias:

Leg dich nicht mit der Braut an und kritisiere nie die Vorstellungen einer Braut zu Details und Dekoration! Das geht wirklich nach hinten los. Wir Männer müssen bei der Planung unserer Hochzeit versuchen, nicht alles nur schwarz oder weiß zu sehen, sondern die Wünsche der Frau wirklich ernst nehmen und darauf eingehen. Für Frauen ist das ein unglaublich wichtiger Tag. Für uns Männer ist der Tag sicherlich auch wichtig, aber er hat einfach nicht die höchste Priorität. Für uns Männer reicht es, wenn die Freunde da sind und genügend Bier kalt gestellt ist. Es muss nicht immer alles megaschick sein.

Sascha:

Such dir unbedingt eine Wedding Plannerin! Denn dabei bist du definitiv entspannter und hast mit weniger Mühe und Aufwand und ein viel besseres Ergebnis. Außerdem bin ich natürlich mittlerweile Experte auf dem Gebiet der Dienstleisterempfehlung und würde ihm direkt Empfehlungen für die Auswahl des perfekten Verlobungsring und der Trauringe geben.

Bildnachweis: Anja Schneemann Photography

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Daniela Jost

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